Prüfungsfragen März 2017

1. Welche der folgenden Aussagen treffen zu? Folgende Symptome sprechen eher für ein Delir als für eine Alzheimer-Demenz 1. Akuter Beginn, 2. Klares Bewusstsein 3. Hinweis auf eine körperliche Erkrankung oder Intoxikation 4. Wortfindungsstörung 5. Flukturierender Symptomverlauf
A) Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig
B) Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig
C) Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig
D) Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig
E) Alle Aussagen sind richtig

2. Welche der genannten Aussagen zum Intelligenztest (z.B. HAWIE: Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Erwachsene, Mittelwert 100, Standardabweichung 15. treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten
A) Ein IQ (Intelligenzquotient) von 50 entspricht der durchschnittlichen Intelligenz
B) Bei einem IQ von 100 haben 50% der Referenzgruppe einen höheren Intelligenzquotienten
C) 30% der Menschen liegen zwischen einem IQ von 85 und 115.
D) Ein IQ von 115 entspricht einem Prozentrang von 99 (99% der Referenzgruppe erreichen niedrigere Werte im Test)
E) Ein IQ von weniger als 20 entspricht nach der ICD-10 einer schwersten Intelligenzminderung

3. Welche der folgenden Nebenwirkungen können bei der Therapie mit Lithiumpräparaten auftreten? 1. Tremor 2. Vermehrte Harnausscheidung (Polyurie) 3. Gewichtszunahme 4. Übelkeit 5. Gesteigertes Durstempfinden
A) Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig
B) Nur die Aussagen 3 und 5 sind richtig
C) Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig
D) Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig
E) Alle Aussagen sind richtig

4. Welche der folgenden Aussagen zur Bulimia nervosa treffen zu? 1. In der Vorgeschichte lässt sich häufig eine Episode einer Anorexia nervosa nachweisen 2. Die Betroffenen betreiben teilweise einen Missbrauch von Abführmitteln 3. Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen 4. Der Body-Mass-Index liegt typischerweise unter 17,5 kg/m² 5. Die Betroffenen zeigen häufig depressive Symptome
A) Nur die Aussagen 2 und 5 sind richtig
B) Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig
C) Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig
D) Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig
E) Alle Aussagen sind richtig

5. Welche der folgenden Aussagen treffen zu? Zur selbständigen Durchführung von Verhaltenstherapie bei psychisch kranken Menschen berechtigt grundsätzlich: 1. Die Appropation als Arzt 2. Das abgeschlossene Studium Psychologie 3. Die allgemeine Heilpraktikererlaubnis 4. Die auf das Gebiet der Psychologie beschränkte Heilpraktikererlaubnis 5. Die Approbation als Psychologischer Psychotherapeut
A) Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig
B) Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig
C) Nur die Aussagen 4 und 5 sind richtig
D) Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig
E) Alle Aussagen sind richtig

6. Welche der folgenden Aussagen trifft (treffen) zu? Die wahnhafte Störung ist nach ICD-10 charakterisiert durch: 1. Lang anhaltender Wahn 2. Stupor 3. Antriebsstörung 4. Denkzerfahrenheit 5. Anhaltende akustische Halluzinationen
A) Nur die Aussage 1 ist richtig
B) Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig
C) Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig
D) Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig
E) Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig

7. Welche der folgenden Aussagen treffen zu? Typisch für eine Borderline-Persönlichkeitsstörung sind: 1. Hypersomnie 2. Anhaltende akustische Halluzinationen 3. Chronisches Gefühl innerer Leere 4. Impulsivität 5. Selbstschädigende Handlungen
A) Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig
B) Nur die Aussagen 2 und 5 sind richtig
C) Nur die Aussagen 4 und 5 sind richtig
D) Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig
E) Alle Aussagen sind richtig

8. Welche der folgenden Aussagen zum Störungsbild der sozialen Phobie treffen zu? 1. Die Symptome treffen in (fast) allen Lebensbereichen auf 2. Die Störung ist gekennzeichnet durch eine deutliche Furcht, sich in sozialen Situationen auf peinliche oder erniedrigende Weise zu verhalten 3. Typische hinzukommende Symptome sind Erröten, Zittern oder die Angst zu erbrechen 4. Patienten mit einer sozialen Phobie weisen nur selten ein niedriges Selbstwertgefühl auf 5. Die Ängste in sozialen Situationen werden als übertrieben bzw. unvernünftig erlebt
A) Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig
B) Nur die Aussagen 3 und 4 sind richtig
C) Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig
D) Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig
E) Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig

9. Welche der folgenden Störungen gehören zu den quantitativen Bewusstseinsstörungen? Wählen Sie zwei Antworten!
A) Benommenheit
B) Verwirrtheit
C) Sopor
D) Bewusstseinseinengung
E) Halluzinationen

10. Welche der folgenden Aussagen zur rechtlichen Betreuung treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten!
A) Bei behandlungsuneinsichtigen psychisch Kranken kann das Gesundheitsamt eine Betreuung anordnen
B) Die Behandlung von Menschen mit Betreuung ist Heilpraktikern grundsätzlich gestattet
C) Die Entscheidung über die Bestellung eines Betreuers trifft das Gericht
D) Die Errichtung einer Betreuung gegen den Willen eines Betroffenen kann auch durch nahe Angehörige angeregt werden
E) Eine Betreuung bleibt lebenslang bestehen

11. Welche der folgenden Aussagen treffen zu? Typische Merkmale des somatischen Syndroms bei einer depressiven Episode (nach ICD 10) sind: 1. Appetitverlust 2. Frühmorgendliches Erwachen 3. Schuldgefühle, Gefühl von Wertlosigkeit 4. Libidoverlust 5. Suizidgedanken
A) Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig
B) Nur die Aussagen 3 und 5 sind richtig
C) Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig
D) Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig
E) Alle Aussagen sind richtig

12. Ein 50-jähriger Mann mit bekannter Alkoholkrankheit wird von Angehörigen in Ihre Praxis gebracht. Welche der folgenden Befunde stützen den Verdacht auf ein Korsakow-Syndrom? Wählen Sie zwei Antworten!
A) Akustische Halluzinationen
B) Störung des Kurzzeitgedächtnisses
C) Ausgeprägte Bewusstseinseintrübung
D) Größenwahn
E) Deutliche Störung des Zeitgefühls

13. Ein 65-jähriger Patient befindet sich seit einigen Wochen im Ruhestand. Seine Frau berichtet, dass er sich seither stark verändert. Er sei sehr zurückgezogen und wortkarg. Wenn er mit ihr spreche, äußere er nur Sorgen und Ängste. Welche Diagnose trifft für die Beschreibung am ehesten zu?
A) Posttraumatische Belastungsstörung
B) Anpassungsstörung
C) Somatisierungsstörung
D) Abhängige Persönlichkeitsstörung
E) Angststörung

14. Welche der folgenden Aussagen zu Entwicklungsstörungen treffen zu? 1. Bei einer isolierten Artikulationsstörung ist nur das Sprachverständnis außerhalb der Norm reduziert 2. Der frühkindliche Autismus tritt vorwiegend bei Mädchen auf 3. Bei der expressiven Sprachstörung ist die Intelligenzentwicklung in der Regel nicht gestört 4. Bei der rezeptiven Sprachstörung ist das Sprachverständnis nicht gestört 5. Ein Beispiel für eine Artikulationsstörung ist das Lispeln (Sigmatismus)
A) Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig
B) Nur die Aussagen 2 und 5 sind richtig
C) Nur die Aussagen 3 und 5 sind richtig
D) Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig
E) Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig

15. Welche der folgenden Aussagen treffen zu? Die dissoziale Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10) ist charakterisiert durch: 1. Fehlende Bereitschaft zur Mitgliedschaft in Vereinen (z.B. Sportverein) 2. Zurückgezogene Lebensweise 3. Unsichere Persönlichkeit 4. Sehr geringe Frustrationstoleranz und niedrige Schwelle für aggressives, auch gewalttätiges Verhalten 5. Fehlendes Schuldbewusstsein
A) Nur die Aussagen 4 und 5 sind richtig
B) Nur die Aussagen 1,3 und 5 sind richtig
C) Nur die Aussagen 1,4 und 5 sind richtig
D) Nur die Aussagen 2,3 und 4 sind richtig
E) Alle Aussagen sind richtig

16. Welche Aussage trifft zu? Der Begriff "Polytoxikomanie" bezeichnet üblicherweise
A) Eine manische Phase, die durch eine Vergiftung hervorgerufen wird
B) Eine Mehrfachabhängigkeit von verschiedenen psychotrop wirkenden Substanzen
C) Eine Zwangserkrankung, bei der Vergiftungsängste im Vordergrund stehen
D) Ein Entzugssyndrom mit manischen Symptomen
E) Eine akute Intoxikation mit Arzneimitteln

17. Welches Krankheitsbild gilt am ehesten als Kontraindikation für das autogene Training?
A) Eine Migräneerkrankung
B) Eine akute paranoide Psychose
C) Eine Bluthochdruckerkrankung
D) Ein Schlafapnoesyndrom
E) Eine psychosomatische Störung

18. Welche der folgenden Aussagen treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten! Zu den Negativsymptomen einer Schizophrenie zählen:
A) Katatonie
B) Bizarres Verhalten
C) Apathie
D) Anhedonie
E) Halluzinationen

19. Welche der folgenden Aussagen treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten! Ein Patient mit bekannter Abhängigkeitserkrankung befindet sich in Ihrer regelmäßigen psychotherapeutischen Behandlung. Beim aktuellen Gesprächstermin zeigt er ein verändertes Verhalten. Zusätzlich fallen Ihnen sehr weite Pupillen (Mydriasis) auf.
A) Kokain
B) Morphin
C) Buprenorphin (z.B. Subutex®)
D) Methamphetamin
E) Heroin

20. Welche der folgenden Aussagen treffen zu? Störungen der Psychomotorik bei Schizophrenie können sein: 1. Katalepsie 2. Negativismus 3. Derealisation 4. Mutismus 5. Parathymie
A) Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig
B) Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig
C) Nur die Aussagen 4 und 5 sind richtig
D) Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig
E) Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig

21. Welche der folgenden Aussagen für den Umgang mit suizidgefährdeten Patienten treffen zu? 1. je konkreter die Ideen über den Suizid sind, umso größer ist die Suizidgefahr 2. Depressive Patienten dürfen nicht nach ihren suizidalen Ideen exploriert werden 3. Die suizidale Gefährdung bei Patienten mit Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis ist vergleichbar mit der der Allgemeinbevölkerung 4. Bei depressiven Patienten können sich suizidale Tendenzen in der Anfangsphase der medikamentösen Behandlung verstärken 5. Bei Alkoholabhängigkeit ist das Suizidrisiko erhöht
A) Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig
B) Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig
C) Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig
D) Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig
E) Alle Aussagen sind richtig

22. Welche der folgenden Verfahren zählen zu den Psychotherapieverfahren? 1. Schematherapie 2. Gestalttherapie 3. Lichttherapie 4. Schlafentzugstherapie 5. EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)
A) Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig
B) Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig
C) Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig
D) Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig
E) Alle Aussagen sind richtig

23. Welche der folgenden Aussagen treffen zu? Typische für eine Alkoholabhängigkeit sind: 1. Craving 2. Hyperarousal 3. Dissoziation 4. Kontrollverlust 5. Tolleranzentwicklung
A) Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig
B) Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig
C) Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig
D) Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig
E) Alle Aussagen sind richtig

24. Welche der folgenden Aussagen zu Ursache und Symptomen der Schizophrenie treffen zu? 1. Nach aktueller Auffassung besteht eine multifaktorielle Krankheitsentstehung 2. Für eine genetische Komponente gibt es bisher keine Hinweise 3. Bei der akuten paranoiden Schizophrenie wird das klinische Bild von den Symptomen Affektverflachung und Antriebsstörung beherrscht 4. Bei manchen Patienten bestehen körperliche Wahrnehmungsstörungen (Zönästhesien) 5. Das schizophrene Residuum ist vorwiegend durch Positivsymptome gekennzeichnet
A) Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig
B) Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig
C) Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig
D) Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig
E) Alle Aussagen sind richtig

25. Eine Mutter kommt mit ihrer 5-jährigen Tochter in Ihre Praxis. Sie beklagt, dass ihr Kind im Vergleich zu anderen auffällig unkonzentriert sei, sich leicht ablenken lasse, nicht länger still sitzen könne sowie neben raschen Stimmungswechseln auch zu unbegründeten Wutanfällen neige. Woran denken Sie am ehesten?
A) Rett-Syndrom
B) Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS)
C) Frühkindlicher Autismus
D) Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
E) Tic-Störung

26. Welche Aussage trifft zu? Das präsuizidale Syndrom nach Ringel umfasst die Trias:
A) Aggressionsumkehr, Suizidversuch, Depressivität
B) Vereinsamung, Suizidversuch, Depressivität
C) Selbstverletzendes Verhalten, Arbeitslosigkeit, Halluzinationen
D) Einengung, Aggressionsumkehr, Suizidphantasien
E) Suizidphantasien, Suizidversuch, selbstverletzendes Verhalten

27. Welche Aussage trifft zu? Übertragung und Gegenübertragung
A) stören den geordneten Ablauf einer Psychotherapie
B) begründen ein reguläres Vertragsverhältnis zwischen Patient und Behandler in der Richtlinienpsychotherapie
C) beschreiben Gefühlsreaktionen zwischen Therapeuten und Patienten im psychotherapeutischen Prozess
D) werden in der Verhaltenstherapie besonders gefördert
E) dienen der fortlaufenden Abgleichung der Psychotherapieziele zwischen Therapeut und Patient

28. Welche der folgenden Aussagen stützen im Rahmen der Differenzialdiagnose die Verdachtsdiagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) nach ICD-10? 1. Die Symptomatik wird spontan und ausführlich berichtet 2. Der Betroffene berichtet über erhöhte Schreckhaftigkeit und Vigilanzsteigerung 3. Der Betroffene vermeidet die Konfrontation mit traumabezogenen Inhalten 4. Der Betroffene hat keine Erinnerungen oder Träume, in denen das belastende Ereignis wieder auftritt 5. Beim Bericht über Flashbacks bestehen vegetative Erregung und emotionale Anspannung
A) Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig
B) Nur die Aussagen 2 und 5 sind richtig
C) Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig
D) Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig
E) Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig